Was macht man als Neurowissenschaftler in der Epileptologie?

Was ist überhaupt Grundlagenforschung?

Die Grundlagenforschung hat das Ziel, Beziehungen zwischen Strukturen und Prozessen möglichst umfassend aufzudecken. Damit wird das Fundament für alle anwendungsorientierten Entwicklungen und Innovationen gelegt.

Mit Hilfe der grundlagenwissenschaftlichen Forschung sollen in der Epileptologie über folgende Punkte klarere Vorstellungen gewonnen werden:

  • Wie entsteht eine Epilepsie (Epileptogenese)?
  • Welche Gene stehen in ursächlichem Zusammenhang mit der Krankheit?
  • Bestehen Möglichkeiten präventiv die Epileptogenese zu unterdrücken oder zu unterbrechen?
  • Auf welche Art und Weise entstehen epileptische Anfälle und wie breiten sie sich aus (Iktogenese)?
  • Welche neuen Möglichkeiten der pharmakologischen Intervention bestehen? Welche Mechanismen führen zu einer pharmakoresistenten Epilepsie und gibt es Wege und Möglichkeiten eine Pharmakoresistenz zu umgehen?
  • Existieren Biomarker, die für präventive Konzepte, zu einer verbesserten Diagnostik oder sogar zum Einsatz von personalisierter Medizin genutzt werden können?
  • Welche Alternativen (z. B. Tiefenhirnstimulation oder Ketogene Diät) können zur Therapie der Epilepsie eingesetzt werden?

Das große übergeordnete Ziel ist dabei immer, Epilepsien besser zu verstehen und neue therapeutische Möglichkeiten zu entdecken, um zukünftig die Patienten mit Epilepsie besser behandeln zu können.

Um diese Fragestellungen erforschen zu können bedienen sich die Wissenschaftler verschiedener in vitro, ex vivo oder in vivo Modelle und Techniken neuronaler Übererregbarkeit oder Epilepsie, an denen sie unterschiedliche Strukturen oder Mechanismen gezielt beeinflussen und analysieren können.

Damit sind Grundlagen- und angewandte Forschung eng miteinander verzahnt und viele Bereiche verfolgen Ansätze, die zur Lösung praktischer Probleme in der Klinik führen sollen.