Unverzichtbar in der Epileptologie: Die Neuropsychologie

Kognitive Defizite sind bei Epilepsiepatienten häufig und können alltagsrelevante Auswirkungen annehmen und so die Lebensqualität beeinflussen. Historisch vor allem durch die Epilepsiechirurgie bedingt, wurde in der interdisziplinären Zusammenarbeit an die Neuropsychologie oft die Frage nach Lateralisations- bzw. Lokalisation epilepsieassoziierter Hirnfunktionsstörungen gestellt. Spezifische Hirnfunktionsleistungen werden hierzu untersucht um individuelle Unterschiede zu objektivieren und zu beantworten ob diese z.B. mit dem zugrundeliegenden Epilepsiesyndrom vereinbar sind. Im Bereich der Epilepsiechirurgie sind die Einschätzung zur Kompensation kognitiver Fertigkeiten bei einem operativen Eingriff und die möglichen Risiken – z.B. für Gedächtnisdefizite, Depression- gefragt. Für die Diagnostik im Rahmen einer möglichen Epilepsiechirurgie liegen Empfehlungen der neuro­psychologischen Kommission der DGfE vor. Weitere Themen werden dort kontinuierlich zentrums­übergreifend bearbeitet.

Neuropsychologische Fragestellungen umfassen jedoch auch wichtige differentialdiagnostische Aspekte, zum Beispiel den (vorübergehenden) Einfluss von Medikamenten auf die kognitive Leistungsfähigkeit sowie psychosoziale (z.B. Auswirkungen auf Schule und Beruf) und psychiatrische (z.B. Depressivität) Aspekte.

Der klinische neuropsychologische Beitrag in der Epileptologie findet sich somit sowohl in der kognitiven Diagnostik als auch als wertvoller Marker für eine effiziente Therapieplanung und Behandlungsevaluation.

Darüber hinaus gibt es für Neuropsychologen vielfältige Möglichkeiten in der Forschung aktiv zu sein.